Montag, 22. April 2019
 
 
 
 
Besuch bei der Glaskunstfirma Derix in Taunusstein


An einem klirrend kalten Donnerstag im Dezember fuhren Mitglieder des Bau- und Gestaltungsausschusses und weitere Interessierte mit dem voll besetzten Gemeindebus in den Taunus. Ziel waren die Derix-Glasstudios in Taunusstein, in denen unsere neuen Fenster für die Emmauskirche nach dem Entwurf der Künstlerin Rosemarie Vollmer angefertigt werden.

Kaum angekommen, strahlten uns schon sieben der neun neuen Fenster entgegen, die in einem ersten Raum für uns ausgestellt waren. Wir waren überrascht, dass sie schon fast fertig sind –  und überwältigt von den Farben, dem Leuchten, der Strahlkraft… Der Weg der Emmausjünger, von der Stadt, die im Dunkeln liegt nach Emmaus, wo sie dem Auferstandenen begegnen und zurück nach Jerusalem, strahlte in den schönsten Farben.


 


Sieben der neun Fenster sind hier bereits ausgestellt – zwei wurden später noch für uns zur Ansicht rechts angefügt.

Wir lernten den Glasmaler Roman kennen, der den Entwurf von Frau Vollmer umgesetzt hat. Er erzählte uns von seiner Herangehensweise, seiner Auseinandersetzung mit dem Entwurf, und gab uns Einblicke in den Umgang mit Farben und Techniken. Faszinierend – diese Mischung aus Kunst und Handwerk und die Freude und Begeisterung für die Arbeit, die wir auch bei unserem Rundgang durch die renommierte Werkstatt spüren konnten!

Später trafen auch Frau Vollmer und ihr Ehemann ein. Beide sahen die fast fertigen Fenster nun auch zum ersten Mal. Die Künstlerin war sehr zufrieden mit der Umset-zung. Weitere Details wurden noch besprochen – etwa die der Konturen sowie Farb¬korrekturen, die eine weitere Brennung der Scheiben erfordern. Und wir konnten mit entscheiden über die Platzierung und Form der Schriftzüge, die noch eingefügt werden: „Herr, bleibe bei uns!“ und „Brannte nicht unser Herz?“

 
Leider erreichte uns nach Weihnachten die Nachricht, dass während der Weiterar-beit eine Scheibe beschädigt wurde, so dass sich die Arbeit nun um einige Wochen verzögern wird.

Wir sind aber zuversichtlich, dass die neuen Fenster bis zum Sommer in der Emmauskirche eingebaut werden können.
Katharina Stork-Denker
 

VoCappella - Nach dem Konzert ist vor dem Konzert

 Das Benefizkonzert zu Gunsten der neuen Fenster der Emmauskirche im Juni bescherte uns ein volles Haus und viele begeisterte Zuhörende. Gemeinsam mit dem Männergesangverein 1920 Evonik Lülsdorf e.V. unter Leitung von Pavel Brochin präsentierten wir ein abwechslungsreiches Programm mit meist geistlicher Musik von VoCappella unter der Leitung von Claudia Immer und bekannten Evergreens und kölschen Liedern des Männergesangvereins. Abgerundet wurde dies durch ein geistliches Konzert für Sopran (Claudia Immer), Trompete (Friedemann Immer) und Klavier (Gerrit Arnold).

Die begeisterten und zufriedenen Gäste dieses wunderbaren Abends in der Emmauskirche bedankten sich gerne mit einer Spende zu Gunsten der neuen Fenster.
Unser nächstes Projekt ist die Teilnahme an der „Nacht der Erinnerung" in der Pfarrkirche St. Laurentius in Mondorf am 09.11.2018.

Die Reichspogromnacht am 9. November 1938 gilt als der Beginn der systematischen Verfolgung der europäischen Juden unter nationalsozialistischer Herrschaft, die letztlich in ihre Vernichtung in der Schoah führte. In dieser Nacht setzten im ehemaligen Deutschen Reich in einer groß angelegten Aktion Mitglieder der NSDAP den Großteil der Synagogen und jüdischen Bethäuser in Brand. Jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört. Fast 30.000 jüdische Bürger sind am 9./10.   November 1938 verhaftet und deportiert worden, mindestens 400 verloren dabei ihr Leben, Hunderte weitere Opfer dieser ersten Deportationswelle starben später in der Lagerhaft.

Auch die Synagoge der kleinen jüdischen Gemeinde in der Mondorfer Provinzialstraße ging in dieser Nacht unter aktiver Mitwirkung lokaler Parteimitglieder und Nachbarn in Flammen auf.

Die Erinnerung an diese Verbrechen als Mahnung für die Gegenwart wachzuhalten, scheint in diesen Tagen nötiger denn je. Vertreter der Ev. Kirche Niederkassel, der Kath. Pfarreiengemeinschaft Siegmündung und der Stadt Niederkassel laden zum Gedenken an die Opfer mit Erläuterungen zur Geschichte der Synagogengemeinde, die mit musikalischen Beiträgen und mit traditionellen Elementen einer jüdischen Schabbat-Feier verbunden werden, ein.

Neben dem Jugendchor „Crescendo“ der Pfarreiengemeinschaft Siegmündung und dem ev. Kirchenchor VoCappella konnte das Düsseldorfer Lewandowski-Ensemble für synagogale Musik unter Leitung von Axel Weggen für den musikalischen Teil verpflichtet werden. So wird an diesem Abend jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart sichtbar werden.


Gedenken zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht
am 09.11.2018
in der Pfarrkirche St. Laurentius in Mondorf

 
dsdsdsd